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04.07.2013
Berlin
Krankheiten früher zu erkennen, hilft früher
Krankenversicherungen bieten viele Möglichkeiten
VON PETER STUCKHARD

Berlin. Die Deutschen sind gesundheitsbewusst. In der Theorie. Zum Arzt gehen sie allerdings meist erst, wenn es zwickt. Dabei bieten die Krankenversicherungen viele Möglichkeiten, zu löschen, bevor es brennt, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und – in manchen Fällen – sie zu stoppen. Man muss sie nur nutzen.

Wer wüsste nicht, dass Mittelmeerkost Herz- und Kreislauf fit hält, dass man den Körper fünfmal in der Woche mindestens eine halbe Stunde lang belasten sollte, dass Rauchen definitiv krank macht und Alkohol im Übermaß auch keine Lösung ist? Das stetige Wachstum der Zahlen bei den Volkskrankheiten Fettleibigkeit, metabolisches Syndrom und Diabetes zeigt aber: Zwischen Wissen und alltäglichem Lebensstil mit Currywurst-Pommes-Mayo klafft eine mehr oder weniger deutliche Lücke.

Link zum Thema
http://www.kbv.de/checkup35.html http://www.igel-monitor.de/ http://www.igel-monitor.de/IGeL_A_Z.php
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Eine gute Investition in die eigene Gesundheit ist auf alle Fälle die Anschaffung und Nutzung einer Personenwaage. Wenn die von Blick zu Blick mehr Pfunde anzeigt, kann man mal seinen Bauchumfang messen. Der sollte, so die Empfehlung der Experten, bei Frauen nicht mehr als 88, bei Männern nicht mehr als 102 Zentimeter umfassen. Alles, was darüber liegt, sieht verdächtig nach Übergewicht aus. Das ist einfacher und aussagekräftiger, als seinen sogenannten Body-Mass-Index (BMI) zu errechnen.

Regelmäßig selbst abtasten

Junge Männer dürfen und sollten schon ab der Pubertät Hand an sich legen und ihre Hoden von Zeit zu Zeit abtasten. Bei Verhärtungen und Wucherungen heißt es "ab zum Arzt". Hodenkrebs ist, früh erkannt, mittlerweile beherrschbar.
Frauen tun sich etwas Gutes, wenn sie alle vier Wochen ihre Brust abtasten. Lassen sich Knoten, Schwellungen oder Einziehungen in der Brust oder den Achselhöhlen ertasten, ist es Zeit für den Gang zum Arzt.

Auch die Haut braucht Aufmerksamkeit. Schon Jahre vor der ersten von der Krankenkasse bezahlten Prüfung beim Hautarzt sollte man Muttermale und andere Unregelmäßigkeiten im Auge behalten und bei Veränderungen den Arzt fragen.

Es gibt aber auch Krankheitsanzeichen, die der Laie nicht selbst aufspüren kann. Dafür gibt es die ärztlichen Früherkennungsmaßnahmen, die Kindern, Männern und Frauen auf Kassenkosten angeboten werden. Die wichtigste: der Check-up 35, den Männer wie Frauen ab einem Lebensalter von 35 alle zwei Jahre nutzen sollten.

Frühe Erkennung kann Gefahr zu erkranken mindern

Ein gutes Beispiel für eine Früherkennungsuntersuchung ist auch die auf Darmkrebs. Findet der Arzt während der Untersuchung Vorstufen eines Krebses, entfernt er sie in den meisten Fällen sofort, womit die Gefahr zu erkranken gemindert bis gebannt ist.
Ähnlich verhält es sich mit der Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen. Erste Zahlen deuten für das deutsche Screeningprogramm an, dass die Untersuchung vielen Frauen dabei hilft, die Krankheit zu heilen oder unter Kontrolle zu halten.

Für die Zähne gelten besondere Regeln, die sich zudem von Kasse zu Kasse unterscheiden.  Und dann gibt es noch die sogenannten individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL), die man aus eigener Tasche bezahlen muss. Man kann sie nicht in Bausch und Bogen verdammen, aber sie werden nicht immer und überall mit der notwendigen Sorgfalt behandelt. Das neue Patientenrechtegesetz stellt hier formal klar, dass nur der Arzt selbst, nicht etwa das Praxispersonal, über IGeL aufklären darf und dabei ausdrücklich die Kosten erwähnen muss. Außerdem sollte der Arzt dem Patienten 24 Stunden Bedenkzeit einräumen.

Eine Orientierung in diesem vielfältigen ärztlichen Zusatzangebot bietet der medizinische Dienst des Spitzenverbandes der Krankenkassen. Sein Igel-Monitor bewertet zur Zeit 31 Angebote. Die meisten werden als tendenziell negativ eingestuft. Nur drei Angebote werden als tendenziell positiv bewertet: Akupunktur zur Migränevorbeugung, die Laserbehandlung von Krampfadern und die Lichttherapie bei einer Winterdepression.


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