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24.06.2013
Viagra-Patent endet
Urologen warnen vor Kauf im Internet

Preiskampf erwartet

Jedes Sildenafil-Generikum ist als zugelassenes Arzneimittel verschreibungspflichtig - das heißt, ein Arzt muss ein Rezept ausstellen, wenn Männer mit Sildenafil ihre Erektion stärken möchten", erklärt Dr. Wolfgang Bühmann, Pressesprecher des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V. (BDU), "und nur mit diesem Rezept sind Sildenafil-Generika dann in der Apotheke erhältlich."

Urologe Bühmann warnt eindringlich davor, Sildenafil bei Internethändlern zu bestellen, die kein Rezept verlangen. "Jeder, der Sildenafil-Generika rezeptfrei anbietet, wird Ihnen möglicherweise gefälschte Produkte verkaufen - und die sind nicht nur illegal, sondern deren Einnahme kann auch gefährlich werden. Denn niemand weiß, welche Stoffe in dieser Waschküchenarznei enthalten sind, da die Fälschungen natürlich keiner staatlichen Arzneimittelkontrolle unterliegen."

Daher lautet die klare Empfehlung Bühmanns: "Gehen Sie zum Urologen, wenn Sie Ihre Erektion mit Sildenafil stärken möchten!" Einen Urologen ("Männerarzt") in der Nähe findet Mann einfach und schnell mit der Online-Urologensuche auf der Website von BDU und DGU (Deutsche Gesellschaft für Urologie). Insbesondere wer schon länger an Erektionsstörungen (Erektile Dysfunktion, ED) leidet, sollte dringend einen Arzt aufsuchen - denn ED kann ein Vorbote schwerwiegender Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sein.

Zwei aktuelle Studien konnten erneut bestätigen, dass Erektionsstörungen ein Warnsignal für Herzkrankheiten und Diabetes Typ 2 sind. "Fast die Hälfte aller neu diagnostizierten Typ-2-Diabetiker leidet der neuen Studie zufolge an ED", erklärt Dr. Axel-Jürg Potempa, Urologe aus München, "und das kann ich aus meinem Praxisalltag bestätigen."

Darüber hinaus festigt sich ED gemäß einer weiteren Studie als Risikofaktor und Vorbote für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. "Ältere Herz-Risiko-Patienten mit Erektionsstörungen sollten nach der ED-Erstdiagnose stets zum Herzspezialisten überwiesen werden, damit der Gesundheitszustand des Herz-Kreislauf-Systems überprüft werden kann", empfiehlt Potempa. Ironie des Schicksals: Ausgerechnet der Viagra-Wirkstoff Sildenafil (zur Behandlung von Erektionsstörungen) sollte noch stärker auf seine Wirksamkeit zur "Kardioprotektion" untersucht werden, so das Fazit einer weiteren Untersuchung.

"Sildenafil ist eine wichtige Therapieoption bei ED. Wenn Mann mit der Einnahme gleichzeitig noch sein Herz-Kreislauf-System stärken kann, dann ist das doppelt zu begrüßen", so Potempa. Vor dem Hintergrund betrachtet, dass PDE-5-Hemmer wie Sildenafil gemäß einer weiteren Studie auch eine effektive und sichere Therapieoption für Männer mit Begleiterkrankungen sind, erscheint der Viagra-Wirkstoff eine geeignete Wahl für Männer mit ED.

"Oftmals sind jedoch die hohen Kosten der Viagra-Tabletten ein Hemmnis - doch das wird sich ändern, da bereits seit 1. Juni das erste, etwa 80 Prozent günstigere Sildenafil-Generikum von Viagra-Originalhersteller Pfizer erhältlich ist", erklärt Potempa. Und ab 23. Juni, wenn das Viagra-Patent offiziell endet, werden zahlreiche Sildenafil-Generika unterschiedlicher Hersteller folgen. Alles, was Mann dazu wissen muss, bietet das neue, firmen- und produktneutrale Infoportal www.sildenafil-generika.de.

Wenn Viagra am 23. Juni seinen Patentschutz verliert, kommen etwa 20 bis 30 günstige "Nachahmerpräparate" auf den Markt. Diese "Sildenafil-Generika" sind nicht nur vergleichbar gut wirksam und sicher wie das Original, sie sind allesamt auch nur mit einem Rezept vom Arzt erhältlich.


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