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15.03.2013
Was ist eine Fettleber?
Bis zu 40 Prozent der Bevölkerung in westlichen Industrienationen leiden daran

Brennpunkt Leber | FOTO: DPA

Bis zu 40 Prozent der Bevölkerung in den westlichen Industrienationen leiden an einer Fettleber, bei der überschüssiges Fett in den Leberzellen gespeichert wird. Welche Ursachen diese Erkrankung hat und was man dagegen tun kann, erklärt Claudia Galler, Gesundheitsredakteurin des Portals Jameda. 
    Die Leber liegt im rechten Oberbauch und wiegt beim Erwachsenen 1.400 bis 1.800 Gramm. Als zentrales Stoffwechselorgan des Körpers übernimmt sie zahlreiche Aufgaben: Sie verwertet Nahrungsbestandteile, speichert Energie in Form von Glykogen und Lipoproteinen. Sie bildet Ausgangsstoffe für Hormone und speichert Vitamine. Sie produziert Gallenflüssigkeit für die Fettverdauung und ist für den Abbau und die Ausscheidung von Stoffen verantwortlich.

Normalerweise hat die Leber nur einen geringen Fettgehalt von etwa 1 bis 1,5 Prozent. Ist der Fettsäure- und Triglyceridstoffwechsel jedoch gestört, lagert sich überschüssiges Fett, vor allem Triglyceride, in den Leberzellen ab. Sind 50 Prozent der Zellen und mehr mit Fett beladen, liegt eine Fettleber (Steatose) vor. Dabei unterscheidet man in eine leichte, mäßige und starke Verfettung der Leber. Bei einer Steatohepatitis ist das Lebergewebe gleichzeitig entzündet.

Zu den Ursachen für eine Fettleber zählen übermäßiger Alkoholkonsum, Diabetes vom Typ 2, ein zu hoher Blut-Triglycerid-Spiegel, Bluthochdruck und übermäßiges Bauchfett. Auch Medikamente können eine Verfettung der Leber hervorrufen, zum Beispiel einige Arzneistoffe gegen Herzrhythmusstörungen (Amiodaron, Dronedaron), synthetische Estrogene in hohen Dosen und eine Langzeitbehandlung mit Glucocortidoiden. Infektionen wie Hepatitis C oder Pilzvergiftungen können ebenfalls Gründe für eine Fettleber sein.

Anfangs bleibt eine Verfettung der Leber oft unbemerkt. Bei Fortschreiten können Völlegefühl, Schmerzen im rechten Oberbauch und Appetitlosigkeit auftreten. Mit der Zeit vergrößert sich die Leber, so dass man sie deutlich tasten kann. Zur Diagnose werden meist mehrere Untersuchungsmethoden herangezogen, dazu zählen die Feststellung der Leberwerte, Ultraschalluntersuchungen und eine Gewebsentnahme.

Die verstärkte Speicherung von Fett in den Leberzellen stellt an sich noch keine Gefahr dar. Jedoch entwickeln 10 bis 30 Prozent derBetroffenen daraus eine Steatohepatitis. Bei wiederum einem Drittel dieser Patienten tritt eine Leberfibrose, im fortgeschrittenen Stadium eine Leberzirrhose, auf. Hier bauen sich die Leberzellen zu Bindegewebe um und verlieren unwiederbringlich ihre Funktion.

Um den entgleisten Fettstoffwechsel wieder in richtige Bahnen zu lenken, sind Bewegung und eine ausgewogene Ernährung das beste Mittel. Sport mit 30 bis 45 Minuten dreimal die Woche, angepasst an die jeweilige Konstitution und Ausdauer, normalisiert die Verwertung und Speicherung von Nahrungsfetten. Bei der Ernährung sollten vor allem zuckerhaltige Getränke, mit Fruktose gesüßte Lebensmittel und Alkohol gemieden werden.


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