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26.02.2013
Keramik ist in aller Munde
Die Natur als Vorbild

Zahnersatz

Natürlich strahlende Zähne sind ein Schönheitsideal und Rekonstruktionen sollten möglichst natürlich und unauffällig sein. Entscheidend in puncto Natürlichkeit ist neben der zahnähnlichen und möglichst naturidentischen Farbgebung die Lichtdurchlässigkeit des Zahnersatzmaterials. Keramik ist für diesen Anspruch ein ideales Material.

Die Dentalkeramiken reichen heute schon sehr nahe an ihr natürliches Ideal des gesunden Zahns heran. Für Kronen, Inlays (Einlagefüllungen) und Veneers (dünne Verblendschalen) verwenden Zahntechniker häufig Dentalkeramiken mit einem hohen Glasanteil. "Diese Keramiken sind ähnlich lichtdurchlässig - wir sprechen von Transluzenz - wie natürlicher Zahnschmelz und Dentin (Zahnbein)", weiß Zahntechnikermeister und Experte der zahnmedizinischen Initiative proDente, Thomas Lüttke. "Zudem reflektiert diese Keramik einfallendes Licht ähnlich wie die natürlichen Zähne und passt sich so ideal an die gesunden Zähne an."

Zusätzliche Stabilität bringt eine besondere Klebetechnik, mit der der Zahnarzt das Inlay oder die Krone an dem darunterliegenden Zahn befestigt, die sogenannte Adhäsivtechnik. Wenn jedoch Defekte an Einzelzähnen bis unter den Zahnfleischrand reichen, kann diese besonders stabile Befestigungsart meistens nicht angewendet werden, da Blut- und Speichelzutritt eine optimale Klebung verhindern.

Im Seitenzahnbereich steht die Belastbarkeit von keramischem Zahnersatz im Vordergrund. Hier entstehen die größten Kaukräfte. Oxidkeramiken sind die adäquaten Materialien für diesen Bereich. Sie sind weniger lichtdurchlässig als die Silikatkeramiken, dafür aber biegefester. Daher fertigen Zahntechniker Brückengerüste häufig aus diesem Material. Für die perfekte Optik verblenden sie das Gerüst mit verschiedenen keramischen Massen. Kronen und Brücken aus Oxidkeramik, zum Beispiel aus dem für viele Anwendungen einsetzbaren Zirkonoxid, können mit einem Spezialzement auf den Pfeilerzähnen verankert werden.

Aufgrund ihrer vielen Vorteile verwenden Zahntechniker Keramik auch bei Implantaten. Das Implantat bezeichnet im eigentlichen Sinne eine künstliche Zahnwurzel, die in den Kieferknochen geschraubt wird. Heute bestehen die meisten Zahnimplantate, wie auch künstliche Knie- und Hüftgelenke, aus Titan. Am Implantat wird nach der Einheilphase ein Aufbau befestigt, den Fachleute Abutment nennen. Darauf befestigt der Zahnarzt die Krone beziehungsweise den Zahnersatz. Diese Abutments fertigen Zahntechniker für den sichtbaren Bereich heute mehr und mehr aus Keramik.

Denn: Zieht sich im Laufe der Jahre das Zahnfleisch rund um das Implantat zurück, könnte ein metallisches Abutment als dunkler unschöner Rand durch das Zahnfleisch hindurchschimmern. Ein metallfreier Implantataufbau aus keramischem Material in Kombination mit einer vollkeramischen Krone ermöglicht eine langjährige natürliche Optik, selbst wenn das Zahnfleisch etwas zurückgehen sollte. Implantate komplett aus Keramik werden in Einzelfällen bereits eingesetzt. Die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten ist allerdings geringer bei gleichzeitig höheren Kosten als bei Titanimplantaten. Langzeitstudien müssen allerdings für die letztgenannten Einsatzbereiche noch die Zuverlässigkeit sichern.

Die Dentalkeramiken leiten sich vom Porzellan ab. Die Ausgangsstoffe - Feldspat, Quarz und Kaolin - sind im Wesentlichen gleich, nur die Zusammensetzung ist unterschiedlich. Feldspat ist der Hauptanteil in dentalen Keramiken, Kaolin - der Hauptbestandteil des Porzellans - hat nur einen Anteil von maximal fünf Prozent. Dentale Keramiken bestehen im Wesentlichen aus Quarzkristallen. Der Begriff "Porzellankrone" ist daher nicht korrekt.


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