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25.01.2013
OWL
Ärzte warnen: Virusinfekte werden hartnäckiger
Erkältungswelle in ungeraden Jahren stärker / Volle Wartezimmer in der Region
VON SANDRA SPIEKER

Bielefeld. Die Wartezimmer der Arztpraxen werden voller. Husten, Fieber, Schnupfen und Übelkeit: Immer mehr Menschen klagen über eine Erkältung oder Grippe. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) ist die Grippewelle – vergleichsweise recht früh im Jahr – in Deutschland ins Rollen gekommen. Hiesige Mediziner berichten dagegen von einer Häufung von langwierigen Erkältungen, die auch mit Magen-Darm-Beschwerden einhergehen.

Info
So schützen Sie sich und andere   
  • Büros regelmäßig lüften, da warme Räume das Überleben von Viren fördern.
  • Händeschütteln und ähnliche kontaktintensive Begrüßungsrituale vermeiden.
  • Häufig Hände waschen.
  • In die Armbeuge oder ein Taschentuch niesen oder husten.
  • Kalte oder nasse Füße vermeiden.
  • Saunieren härtet ab: Die erhöhte Temperatur mögen Krankheitserreger nicht.
  • Regelmäßiger Sport stärkt die Abwehrkräfte. Etwa 30 Minuten täglich reichen schon.
  • Größere Menschenansammlungen vermeiden.
  • Obst und Gemüse essen.


"Die Grippewelle hat begonnen", sagte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. Die Erkrankungszahlen steigen. In den ersten beiden Wochen des Jahres wurden in NRW 81 Influenza-Erkrankungen gemeldet, im Vorjahreszeitraum waren es 2 gewesen. Bei relativ kleinen Fallzahlen müsse man mit Vergleichen immer vorsichtig sein, warnt Glasmacher. "Ob eine Grippewelle einen schweren oder normalen Verlauf nimmt, kann man vorher nur sehr schwer sagen." Auch sei das individuelle Risiko davon nicht beeinflusst. Laut Influenza-Wochenbericht steigt die Anzahl der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) seit Anfang Dezember stetig an. Experten sprechen von einer "deutlich erhöhten ARE-Aktivität".

Die Begriffe "Grippe" und "Erkältung" werden häufig verwechselt, heißt es, weil einige Symptome ähnlich sind und weil auch Ärzte eine Erkältung zuweilen als "grippalen Infekt" bezeichnen. Eine richtige Grippe oder Influenza verläuft aber viel schwerer als eine normale Erkältung.

Während aus Ostwestfalen-Lippe in diesem Jahr nur sechs Grippe-Erkrankungen gemeldet wurden, sprechen Mediziner von einer starken Zunahme von grippalen Infekten in den vergangenen Tagen, die zwar nicht schwerer, aber langwieriger sind als in vorherigen Wellen. "Die Virusinfekte gehen oft mit mehr Schmerzen einher und sind nicht mit Antibiotika zu behandeln", erklärt Allgemeinmediziner Hans-Ulrich Weller aus Bielefeld. Sie seien teilweise sehr hartnäckig und würden den Patienten oft 10 bis 14 Tage plagen. Die Infekte könnten nur symptomatisch – etwa mit Schmerzmitteln oder Schleimlösern – behandelt werden. "Auffällig ist auch die häufige Mischung von Erkältung und Magen-Darm-Erkrankungen", so Weller. Von einer entsprechenden neuen Virusform gehe man aber nicht aus, so das RKI. Es seien vermutlich "unglückliche Zufälle".

Glaubt man einer Statistik der Techniker-Krankenkasse (TK), so schlägt die Erkältungswelle in den "ungeraden" Jahren deutlicher zu. Während in den Jahren 2003, 2005, 2007 und 2009 zum Höhepunkt der Erkältungswelle von Januar bis März jeweils mehr als 1,2 Prozent aller TK-versicherten Erwerbspersonen mit einer Erkältung krankgeschrieben wurden, waren 2002, 2004 und 2006 durchschnittlich nur etwa 0,7 bis 0,8 Prozent betroffen, sagte eine Sprecherin. Eine plausible Erklärung für das Phänomen gebe es nicht.

Zur Vorbeugung einer Grippe rät das RKI noch immer zur Impfung. Die Immunisierung nach einer Impfung dauere zwei Wochen, so Glasmacher. "Vor allem Älteren über 60 Jahre, chronisch Kranken, Schwangeren und medizinischem Personal raten wir dazu."


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