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20.07.2012
"Fünf-S-Methode" bringt Klarheit
NW-Treff im Klösterchen zum Thema "Unklare Befunde an der Gebärmutter und den Eierstöcken"

Gesundheit persönlich! Zum 20. Mal lud das Franziskus-Hospital zusammen mit der Neuen Westfälischen zu einer Publikumsveranstaltung ein. Professor Friedrich Degenhardt informierte diesmal zum Thema "Unklare Befunde an der Gebärmutter und den Eierstöcken". Cornelia Schulze berichtet.
       Professor Friedrich Degenhardt setzt ganz auf das Gesundheitsbewusstsein von Frauen. "Meine Damen, Sie kümmern sich einfach mehr um Ihren Körper als das starke Geschlecht", meinte der Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Franziskus-Hospital. Die Besucherinnen – es waren naturgemäß nur vier Männer anwesend, der Mediziner, Moderator Dr. Peter Stuckhard von der NW, Dr. Georg Rüter, Geschäftsführer des Franziskus-Hospitals, und ein Gast – gaben ihm recht.

Gerade jetzt in der Ferienzeit kommen viele Frauen ins Grübeln, was zu tun ist, wenn der Unterleib schmerzt. Sollen sie am Urlaubsort zu einem fremden Arzt, oder ist es gescheiter abzuwarten, bis man wieder zu Hause ist? "Um das beurteilen zu können, muss eine Frau ihren Körper gut kennen. Was passiert im kleinen Becken, in dem Enddarm, Eileiter, Eierstock und Harnblase auf kleinstem Raum Platz finden und die Ursache für Schmerzen sein können?", erklärte Degenhardt, der den Zuhörerinnen an die Hand gab, die fünf "S" bei Unterleibsschmerzen zu überprüfen.

Schmerzursache, Schmerzstärke, Schmerzlokalisation, Schmerzcharakter und Schmerzdynamik. "Wenn Sie diese fünf S durchdenken, können Sie besser entscheiden, was zu tun ist, und Ihren Arzt bei der Diagnose unterstützen", so Degenhardt.

Bei den Schmerzursachen ist bei Frauen im gebärfähigen Alter die Periodenblutung eine der häufigsten Auslöser, insbesondere wenn die Blutungen unregelmäßig sind. Für die gleiche Altersgruppe kann natürlich auch eine beginnende Schwangerschaft der Grund sein.

Das zweite "S", die Schmerzlokalisation, gibt auch Aufschluss über mögliche Schmerzverursacher. Tut es auf der rechten oder linken Seite weh? Oder liegt der Schmerz in der Mitte?

Bei rechtseitigen Schmerzen können es eine Blinddarmentzündung (nur ein Prozent der Blinddärme liegen links) sein, Harnleitersteine, eine Eierstockzyste, eine Eileiterschwangerschaft (1,8 Prozent aller Schwangerschaften sind Eileiterschwangerschaften), ein eingeklemmter Leistenbruch oder auch ein Tumor. "Tumor heißt nicht zwangsläufig Krebs, sondern ist zuerst nur eine Veränderung, die wir feststellen", klärte Degenhardt auf. Bei linksseitigen Schmerzen kommt noch die Möglichkeit von Dickdarmkrebs hinzu.

Verteilt sich der Schmerz auf beiden Seiten, sind Harnwegsinfekte, Blasenentzündung, Eileiterschwangerschaft, Entzündung der Eierstöcke und Eileiter sowie entzündliche Darmerkrankungen möglicherweise die Ursache.

"Aber wichtig ist auch, welche Form von Schmerz es ist, der Sie belastet. Kommt er wellenartig, oder ist er eher dumpf? Ist er brennend, stechend oder ziehend? Nimmt der Schmerz zu? Bleibt er konstant? Alle Informationen helfen, die Diagnose zu präzisieren."

Entsprechende Untersuchungsmethoden wie ein ausführliches Gespräch zur Krankheitsvorgeschichte und Tastuntersuchungen geben weiteren Aufschluss. "In den letzten fünf Jahren hat sich in der Ultraschalltechnik Enormes getan. Wir können über diese Methode, die den Körper nicht belastet, punktgenaue Aussagen machen. Die Zeit der diffusen Bilder ist vorbei, die Diagnostik per Ultraschall bietet heutzutage neue Möglichkeiten", erklärte Degenhardt, der einer der wenigen ausgewiesenen Ultraschall-Ausbilder ist und im zertifizierten Franziskus-Hospital mit der neuesten Gerätegeneration arbeitet. Natürlich gibt es noch weitere Untersuchungsmethoden wie CT und MRT. "Aber wir können mit dem Ultraschall sehr viel entdecken", zeigte sich Degenhardt überzeugt.

Den Zuhörerinnen war am Ende des Vortrages noch klarer, wie viel unterschiedliche Ursachen Unterleibsschmerzen verursachen können. Und deutlich wurde auch bei den Interessentinnen, dass sie lieber bei einem Gynäkologen ihres Vertrauens Rat suchen. "Allerdings, wenn im Urlaub starke Schmerzen akut einsetzen, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen", riet Degenhardt, der zum Ausklang der Veranstaltung entspannt bei einer Erdbeercreme-Verkostung noch viele Fragen zu beantworten hatte.


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