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16.10.2012
Wenn der Zahnarzt nach Hause kommt
Die Zahnmedizin reagiert auf die Überalterung der Gesellschaft

Optimierung von Zahnersatz | FOTO: PRODENTE

Dieses abschreckende Szenario beschreibt den Alltag von über zwei Millionen Menschen in Deutschland. Sie werden zu Hause von Angehörigen oder in Pflegeeinrichtungen von Pflegekräften betreut. Schaut man sich die demographische Entwicklung an, ist schnell klar: Die Deutschen werden immer älter. Es wird in naher Zukunft immer mehr Menschen wie Herrn Wester geben, welche in allen Lebensbereichen auf fremde Hilfe angewiesen sind.

Diese Entwicklung stellt die medizinischen Disziplinen vor gewaltige Herausforderungen, auch die Zahnmedizin. Sie lenkt den Fokus auf zwei Hauptaufgaben. Zum einen ist die Schulung von Pflegekräften und Angehörigen in Sachen Mundhygiene und Zahnersatzpflege ein wichtiges Ziel. Schließlich spielen sie eine Schlüsselrolle bei der Prophylaxe für Patienten.

Zum anderen muss es die Möglichkeit geben, Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung zahnärztlich zu behandeln. Dies ist gelegentlich mit Hilfe einer mobilen Behandlungseinheit auch im pflegerischen Umfeld möglich.

In zahlreichen Modellprojekten sind von engagierten Zahnmedizinern in Zusammenarbeit mit Pflegeeinrichtungen praktische Lösungen erprobt worden. Um den pflegebedürftigen oder behinderten Patienten eine gute zahnärztliche Behandlung auch außerhalb der Praxis bieten zu können, haben einige niedergelassene Zahnärzte eine mobile Behandlungseinheit angeschafft.

Sie ermöglicht das Durchführen von Kontrolluntersuchungen, Zahnsteinentfernungen oder die Optimierung von vorhandenem Zahnersatz. Manchmal können sogar Füllungen gelegt werden. Eine Honorierung dieser besonderen Umstände durch die Krankenkasse erfolgt bislang nicht.

Besonders wichtig für die Nachhaltigkeit des mobilen Einsatzes ist die Vernetzung des Zahnmediziners mit dem Pflegepersonal und den Angehörigen. Sie soll die Erhaltung der Mundgesundheit und Funktion auch im hohen Alter garantieren.

Johann Wester ist 76 Jahre alt. Zeit seines Lebens hat er sich sorgfältig um seine Zahn- und Mundgesundheit gekümmert und ist trotz mancher Zipperlein regelmäßig zu seinem Zahnarzt gegangen. Seit zwei Jahren leidet er an den Folgen eines schweren Schlaganfalles und ist bettlägerig. Er wird von einem Pflegedienst und seiner Familie versorgt. Seine Zähne kann er nicht mehr selbst putzen, und der Gang zum Zahnarzt ist für ihn unmöglich geworden.
 


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