Evangelisches Krankenhaus Bielefeld startet in Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie
Bielefeld (lnw). Jedes Jahr fallen tausende ältere Krankenhauspatienten in ein vorübergehendes Delirium. Das evangelische Krankenhaus Bielefeld will dieser Entwicklung mit einem intensiven Programm zur Vorbeugung, Diagnostik und Therapie begegnen.
Es sei die bundesweit erste Klinik, die sich systematisch mit der vorübergehenden Verwirrtheit von Patienten auseinandersetze, sagte die Leiterin der Gerontopsychiatrie, Christine Thomas, am Donnerstag in Bielefeld. Das Programm "help" (Hospital Elder Live Program) sei in den USA entwickelt worden.
Nach Schätzungen erleidet ein Viertel der über 60 Jahre alten Patienten im Krankenhaus ein Delir, sagte Thomas. Oft werde das Delir nicht erkannt oder fälschlich als Demenz eingeordnet. Der Weg ins Pflegeheim sei dann oft vorprogrammiert, obwohl sich die Patienten meist innerhalb weniger Wochen weitgehend erholten. In dem Programm "help" werden Ärzte und Pfleger geschult.
Ehrenamtliche Helfer betreuen die Patienten und geben ihnen im hektischen Klinikalltag Halt und Orientierung, sagte Thomas. Unter dem Strich würden durch das Programm erhebliche Folgekosten für Pflege vermieden.
Das Programm wurde in diesem Jahr in der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie gestartet. Ziel ist eine schrittweise Ausweitung.
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