Erosionen, also säurebedingte Zahnschäden, die nicht durch Bakterien verursacht sind, fallen zum Beispiel unter die Kategorie nicht-kariöser Zahndefekte. Aber auch der Verlust von Zahnsubstanz aufgrund von mechanischem Abrieb. Dazu kann es kommen, wenn zu grobkörnige Zahnpasta in Kombination mit falscher Putztechnik verwendet wird. Zähne können sich auch gegeneinander abnutzen, zum Beispiel beim nächtlichen Zähneknirschen. Kleinere Defekte aufgrund von Säure oder Abrieb sind weit verbreitet. Sie nehmen gegenüber der Karies immer mehr zu. Schwere Schäden, bei
denen nicht nur der Zahnschmelz, sondern auch das darunter- liegende Zahnbein angegriffen ist, sind seltener.
Bei der Entstehung von Zahnerosionen kommen häufig mehrere Komponenten zusammen. Immer sind die Zähne dabei starken Säuren ausgesetzt, sei es in Form von sauren Softdrinks, Zitrusfrüchten, Magensäure beim Erbrechen oder Aufstoßen. Wird dann noch eine Zahnpasta mit groben Putzpartikeln verwendet und mit der Zahnbürste fest geschrubbt, kommt es zu starken Substanzverlusten an den Zähnen. Denn die von der Säure erweichte Oberfläche ist sehr anfällig für heftiges Zähnebürsten. Ein weiterer Faktor dabei ist eine reduzierte Schutzfunktion des Speichels, sei es, weil die Speichelmenge vermindert oder die -zusammensetzung ungünstig ist. Abhilfe schaffen andere Ernährungsgewohnheiten. Saure Softdrinks sollten durch Wasser, Milch oder ungesüßte Kräutertees ersetzt werden.
Zum anderen sollten Betroffene ohne festen Anpressdruck die Zähne putzen und eine Zahnpasta mit wenigen Putzkörpern verwenden. Auskunft über die Schmirgelwirkung von Zahnpasten gibt der sogenannte RDA-Wert. Geringe Werte – um die 30 – sind besonders substanzschonend. Einige sogenannte Weißmacher- Zahncremes haben hohe Werte um die 100 oder darüber. Hartnäckige Auflagerungen lassen sich damit zwar gut entfernen, für Menschen mit Zahnerosionen sind sie allerdings ungeeignet.
Die Schutzwirkung von Fluoriden gegenüber Karies ist lange bekannt. Um säurebedingte Zahnsubstanzverluste zu stoppen, helfen ebenfalls Zahnpasten und Mundspüllösungen mit Fluoridzusatz. Neuere Studien haben ergeben, dass eine Kombination von Fluorid mit Zinnchlorid bei säurebedingten Schäden wirksam schützt. Höherdosierte Fluoridlösungen und Gele können nur in der Zahnarztpraxis aufgetragen werden. Sie bilden eine Art Schutzschicht auf den Zähnen, die die Zahnoberflächen vor Säureangriffen schützt. Da die Schutzschicht wiederum säurelöslich ist, muss die Anwendung beim Zahnarzt häufiger wiederholt werden. Zudem ist eine Ernährungsumstellung hin zu weniger säurehaltiger
Kost und Getränken sehr wichtig.
Kleinere Säureschäden wie eingeschmolzene Zahnhöcker können gut mit Komposit, einem zahnfarbenen Kunststoff, aufgefüllt werden. Bei größeren Schäden müssen die Zähne teilweise oder ganz überkront werden. Sind alle Zähne in einem Kiefer betroffen und der Biss durch die Erosionen abgeflacht, raten Zahnärzte oft zu (Teil-)Kronen,um den Biss wieder auf das normale Niveau anzuheben. Spätestens jetzt muss die Säurezufuhr über Speisen oder aufgrund von Erkrankungen gestoppt werden.