Der Kariesbefall ist über die letzten 20 Jahre in Deutschland kontinuierlich zurückgegangen. Immer mehr Menschen werden mit immer mehr eigenen Zähnen alt.
Nicht kariöse Zahndefekte nehmen dagegen zu. Erosionen, also säurebedingte Zahnschäden, die nicht durch Bakterien verursacht sind, fallen zum Beispiel unter die Kategorie nicht kariöser Zahndefekte. Aber auch der Verlust von Zahnsubstanz aufgrund von mechanischem Abrieb (Abrasionen/Attritionen). Dazu kann es kommen, wenn zum Beispiel zu grobkörnige Zahnpasta in Kombination mit falscher Putztechnik verwendet wird (Abrasionen).
Zähne können sich aber auch gegeneinander abnutzen, zum Beispiel beim nächtlichen Zähneknirschen (Attritionen). Kleinere Defekte aufgrund von Säure oder Abrieb sind weit verbreitet. Sie nehmen gegenüber der Karies immer mehr zu. Schwere Schäden, bei denen nicht nur der Zahnschmelz, sondern auch das darunter-liegende Zahnbein (Dentin) angegriffen ist, sind zum Glück seltener.
Saures geht an die Zähne
Bei der Entstehung von Zahnerosionen kommen häufig mehrere Komponenten zusammen. Immer sind die Zähne dabei starken Säuren ausgesetzt, sei es in Form von sauren Softdrinks, Zitrusfrüchten, Magensäure beim Erbrechen oder Aufstoßen. Manche Berufsgruppen haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, zum Beispiel Arbeiter, die sauren Dämpfen bei der Batterieproduktion ausgesetzt sind. Wird dann noch eine Zahnpasta mit groben Putzpartikeln verwendet und mit der Zahnbürste fest geschrubbt, kommt es zu starken Substanzverlusten an den Zähnen. Denn die von der Säure erweichte Oberfläche ist besonders anfällig für heftiges Zähnebürsten. Ein weiterer Faktor dabei ist eine reduzierte Schutzfunktion des Speichels, sei es, weil die Speichelmenge vermindert oder die -zusammensetzung ungünstig ist.
Abhilfe schaffen zum einen andere Ernährungsgewohnheiten. Saure Softdrinks sollten durch Wasser, Milch oder ungesüßte Kräutertees ersetzt werden. Zum anderen sollten Betroffene ohne festen Anpressdruck die Zähne putzen und eine Zahnpasta mit wenigen Putzkörpern verwenden. Auskunft über die "Schmirgelwirkung" von Zahnpasten gibt der sogenannte RDA-Wert. Geringe Werte – um die 30 – sind besonders substanzschonend. Einige so genannte "Weißmacher-Zahncremes" haben hohe Werte um die 100 oder darüber. Hartnäckige Auflagerungen lassen sich damit zwar gut entfernen, für Menschen mit Zahnerosionen sind sie allerdings ungeeignet.
Die Schutzwirkung von Fluoriden gegenüber Karies ist lange bekannt. Um säurebedingte Zahnsubstanzverluste zu stoppen, helfen ebenfalls Zahnpasten und Mundspüllösungen mit Fluoridzusatz. Neuere Studien haben ergeben, dass eine Kombination von Fluorid mit Zinnchlorid bei säurebedingten Schäden wirksam schützt. Höherdosierte Fluoridlösungen und Gele können nur in der Zahnarztpraxis aufgetragen werden. Sie bilden eine Art Schutzschicht auf den Zähnen, die die Zahnoberflächen vor Säureangriffen schützt. Da die Schutzschicht wiederum säurelöslich ist, muss die Anwendung beim Zahnarzt häufiger wiederholt werden.