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16.12.2011
Strahlend weiß
Interview zum Thema Bleaching

Ein strahlendes Lächeln mit ebenmäßigen, blendend-weißen Zähnen – wer möchte damit nicht sein Gegenüber bezaubern? Wenn das Lächeln nicht von Natur aus filmreif ist, kann ästhetische Zahnmedizin helfen. Zahnarzt Wolfgang-M. Boer, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Zahnheilkunde, beantwortet wichtige Fragen zum Thema Bleaching.

Wie funktioniert eigentlich ein Bleaching?
WOLFGANG-M. BOER: Es gibt die unterschiedlichsten Methoden, um ein Bleaching durchzuführen, die hierfür verwendete chemische Substanz ist jedoch immer das sogenannte Karbamidperoxid. Dieses setzt sich zusammen aus Karbamid, einem geschmacksneutralen, farblosen Trägergel, und Wasserstoffperoxid, wie es unter anderem zum Bleichen beim Haarefärben, aber auch zur Wunddesinfektion eingesetzt wird.

Welche unterschiedlichen Bleaching-Methoden gibt es?
BOER: Zuerst einmal kann man die Methoden nach der Indikation unterscheiden: Sollen intakte Zähne insgesamt nur weißer werden, oder ein toter Einzelzahn, der durch eine Wurzelkanalbehandlung schwarz geworden ist, wieder aufgehellt werden? Wenn man natürliche Zähne weißer machen möchte, gibt es grundsätzlich drei verschiedene Ansätze: Frei verkäufliche Bleaching-Materialien aus der Drogerie. Hier gibt es die verschiedensten Präparate zum Aufpinseln auf die Zähne, mit Strips zum Aufkleben oder vorgefertigten Schienen. Allen gemeinsam ist jedoch, dass die Bleichwirkung sehr gering ist. Das Bleaching vom Zahnarzt mit individuell angepassten Schienen (das sogenannte "Home-Bleaching"). Dies ist die bewährteste und sicherste Methode. Dabei stellt der Zahnarzt perfekt angepasste, dünne Kunststoffschienen her, in die das Karbamidperoxid-Gel eingefüllt wird und die man dann zu Hause entweder ein bis zwei Stunden am Abend oder über Nacht trägt. Das Bleaching in der Zahnarztpraxis in zwei bis vier Sitzungen. Dazu wird ein deutlich höher dosiertes Gel benutzt, das in der Praxis 20 bis 30 Minuten einwirken muss und zusätzlich durch spezielle Lampen erwärmt wird.

Wie viel weißer werden die Zähne beim Bleichen, und was muss man beachten?
BOER: Wir messen dies mit standardisierten Farbskalen, nach denen eine Aufhellung von zwei bis drei Farbstufen erreicht werden kann. Dabei sollte der Zahnarzt darauf achten, dass die Farbe nicht unnatürlich weiß wird: Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Zahnheilkunde (DGÄZ) definiert schöne Zähne nicht als künstlich knallweißen Lattenzaun, das Ziel sind immer noch natürlich schöne Zähne.

Wie lange hält der Effekt?
BOER: Das kommt sehr stark auf die Ess- und Putzgewohnheiten des Patienten an: Je mehr färbende Genussmittel in Kontakt mit den Zähnen kommen, bei Rauchern oder mäßiger Zahnpflege, je schneller verblasst natürlich der Aufhellungseffekt. In der Regel kann man aber davon ausgehen, dass er mindestens drei bis fünf Jahre sichtbar bleibt.

Ist Bleaching gefährlich, oder kann es schädlich sein?
BOER: Nein, das medizinische Aufhellen des Zahnschmelzes ist eine lang erprobte und wissenschaftlich gut dokumentierte Technik. Allerdings sind trotzdem einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. So sollten natürlich zuerst alle externen Beläge und Verschmutzungen von den Zähnen entfernt werden. Dazu ist im Vorfeld eine professionelle Zahnreinigung (PZR) erforderlich. Ganz wichtig, um unerwünschte Nebenwirkungen auszuschließen, ist die gründliche Inspektion durch den Zahnarzt.

Wie oft kann man seine Zähne bleichen, ohne Schaden an den Zähnen zu riskieren?
BOER: Im Prinzip kann man bei Bedarf problemlos alle paar Jahre nachbleichen, ohne dass dadurch ein Risiko entsteht. Allerdings sollte nicht permanent gebleicht werden, sondern gezielt so lange, bis der Wunschton erreicht ist. Anschließend sollte dann eine Bleaching-Pause von mindestens zwei bis drei Jahren eingelegt werden. Der Zahnschmelz wird beim Bleaching etwas weniger widerstandsfähig gegen Abrieb. Dieser Effekt verschwindet, so haben wissenschaftliche Studien ergeben, nach fünf bis zehn Tagen wieder, und der Zahn ist anschließend wieder genau so hart wie vorher.


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