Schimmelpilze in Wohnungen sind – insbesondere in der kalten Jahreszeit – ein häufiges Problem. Die Flecken an Außenwänden, Zimmerecken oder im Bad sind jedoch nicht nur unschön, sondern können auch zu allergischen Reaktionen, Schleimhautreizungen und Atemwegsinfektionen führen oder diese verstärken. Dies belegt eine aktuelle US-Studie an der Universität von Cincinnati. Stella Cornelius-Koch berichtet.
Danach haben Kinder, die bereits als Baby Schimmel im Haushalt ausgesetzt sind, ein mehr als doppelt so hohes Risiko, mit sieben Jahren an Asthma zu leiden. Frühestens ab diesem Alter kann die Atemwegserkrankung erstmals genau diagnostiziert werden. Kinder mit erblicher Vorbelastung waren am stärksten gefährdet.
Neben Atemwegs-Erkrankungen sind auch Allergien mögliche Folge einer Belastung mit Schimmelpilzen. Diese sind jedoch schwierig nachzuweisen, da für viele Schimmelpilzarten Allergen-Extrakte fehlen. Außerdem haben viele Betroffene zusätzlich eine Gräserpollenallergie. Aus diesem Grund sollte bei Verdacht auf eine Schimmelpilz-Allergie immer ein Facharzt aufgesucht werden. Ähnliches gilt für Hauterkrankungen durch Schimmelpilze, die zwar selten, aber immer häufiger auftreten. Für eine solche Dermatose sind Alternaria-Arten verantwortlich, die sich im Haushalt nicht nur auf Wänden, sondern auch auf Mehl, Obst und Gemüse bilden können.
Doch keine Angst: Gegen Schimmelpilze in der Wohnung kann man einiges tun. Erste Maßnahme: Überprüfen Sie die Luftfeuchtigkeit in jedem Raum. Liegt diese über 60 Prozent, wird es höchste Zeit, aktiv zu werden. Experten empfehlen zur Vorbeugung gegen Schimmelpilze häufiges Lüften.
Allerdings: Der häufig gegebene Rat, jede Stunde für fünf Minuten Türen und Fenster zu öffnen, ist im Alltag nur schwer zu praktizieren. Deshalb: Lüften Sie morgens nach dem Aufstehen alle Räume 20 Minuten lang (im Winter genügen 5 bis 10 Minuten). Dabei Fenster weit öffnen, sodass die Luft in kurzer Zeit ausgetauscht werden kann. Besonders wichtig ist dies im zumeist kühleren und damit feuchteren Schlafzimmer. Was darüber hinaus noch wichtig ist:
- Wasserdampf, der beim Duschen oder Kochen entsteht, immer sofort nach außen ableiten.
- Ist das nicht möglich (weil zum Beispiel ein Außenfenster fehlt), Türen einige Stunden offen lassen oder Ventilatoren für die Innenlüftung anbringen.
- Alle Räume sollten möglichst gleichmäßig beheizt werden, damit sich die Luftfeuchtigkeit nicht an den kältesten Stellen niederschlägt.
- Lassen Sie die Temperatur nie unter 15 Grad Celsius absinken, da sonst die Raumluft nicht mehr genügend Feuchtigkeit binden kann.
- Bei trockener Witterung Betten, Vorleger oder Badematten regelmäßig draußen auslüften.
- Stellen Sie Einbaumöbel nicht an Außenwände, oder halten Sie 10 Zentimeter Abstand zur Wand.
- Ist der Schimmel schon da: Vorsicht vor chemischen Schimmel-Entfernern! Sie helfen oft nur kurzzeitig und enthalten giftige Substanzen, die Atemwege und Schleimhäute reizen. Besser: Befallenes Material, wie Tapeten oder Verputz, sorgfältig entfernen und die Stellen mit Spiritus oder Essigessenz reinigen.